Was bleibt von der 60. Berlinale? Die Einsicht, dass es sich lohnt, einen Blick über den Mainstream aus Europa und Nordamerika hinauszuwerfen. Das besondere der Berlinale ist die Vielfalt der Werke, die hier präsentiert werden – Kassenmagneten neben Independent-Produktionen, Hollywoodstreifen und Perlen aus exotischen Ländern. Hier sind die Filme, die ich mir unbedingt ansehen möchte. Weiter geht es unten nach dem Klick … read more from "Die Berlinale und meine persönlichen Perlen"
Ist das Leben lebenswerter, wenn man in einem schönen Körper steckt? Der Hersteller der Surrogates behauptet dies. Zumindest ist es ungefährlicher, denn weder Verkehrsunfälle noch Ansteckung mit gefährlichen Viren bedrohen den Menschen, der sich für ein Leben via Surrogate entschieden hat. Als Operator eines “Surries” braucht keiner mehr seine Wohnung zu verlassen, sondern entspannt sich bequem auf einer Art Liegestuhl von dem er per Gedanken sein künstliches Ich steuert. Nicht alle Menschen betrachten die Surrogates als perfekten Ich-Ersatz. Die Gegner der neuen Lebensweise verschaffen sich eine Waffe, die sowohl für Roboter wie auch für die Menschen dahinter gefährlich werden kann.
Tolle Idee
Die Grundidee des Films Surrogates ist spannend, handelt es sich doch um eine Zukunftswelt, in der künstliches und natürliches Leben nicht mehr nebeneinander existieren, sondern um Menschen, die in und durch Roboter leben. Die ersten Filmminuten lang fasziniert dieser Umstand auch durch seine beeindruckende optische Umsetzung. Bruce Willis als Polizist auf Suche nach Roboter- und Menschenmördern ist zwar nicht schauspielerisch gefordert, kann aber den gejagten Jäger wie immer ausgezeichnet darstellen.
Konventionelle Lösungen
Leider entwickeln die Drehbuchautoren Michael Ferris und John D. Brancato ihr Idee nicht weiter. Dialoge zeigen immer wieder die Problematik zwischen Mensch und Maschine auf, ohne ihr konsequent auf den Grund gehen zu wollen. Im Mittelteil kann sich der Spannungsbogen nicht durchgehend halten und die Lösung des Problems wird von Regisseur Jonathan Mostow und Kameramann Oliver Wood großartig in Szene gesetzt, ist aber so konventionell wie mein Einschreiten bei lärmenden Mikrowellen: Abschalten – Dem klassichen Drücken des Knöpfchens fehlt leider die Metaebene. Deswegen habe ich mich sehr gut unterhalten, aber nichts hinterfragt.
Start des Films war am 21. Januar 2010
Regie: Jonathan Mostow, Drehbuch: Michael Ferris und John D. Brancato, Kamera: Oliver Wood, mit Bruce Willis, Rosamund Pike, Radha Mitchell, USA 2009
Sie hat den Entdeckergeist einer Pippi Langstrumpf und Scharfsinn wie Miss Marple. Coraline ist die abenteuerlustige Tochter zweiter Vielbeschäftigter. Weil niemand ihren Sinn fürs Erkunden der neuen Umgebung nach einem Umzug aufs Land teilt, macht sich Coraline allein auf. Dabei findet sie den Zugang zu einer geheimnisvollen Parallelwelt, die bis auf winzige Details ihrem eigentlichen Zuhause ähnelt. In der anderen Welt haben ihre Eltern reichlich Zeit und Interesse an Coraline. Alles wäre wunderbar, würden Vater und Mutter nicht anstelle von Augen Knöpfe tragen.
Liebenswürdige Heldin
Für Coraline beginnt ein Wechsel zwischen dieser und jener Welt und zwischen Glücklichsein und Schrecken. Dieser Film hat alles, was ein Kinomärchen braucht: eine sympathische Heldin, die ich in mein Herz geschlossen habe und schreckliche Ungeheuer. Es gibt große Rätsel zu lösen und am Ende werden die Guten befreit und die Bösen verjagt. Das Trickabenteuer hat vergessene Schreckgespenster meiner Kindheit hervor geholt und mehrere Male hätte ich mich liebend gerne unter meinen Kinosessel verkrochen. Ich habe den Film nicht als 3-D-version im Kino gesehen, dafür in der englischsprachigen Originalfassung mit einer tollen Dakota Fanning als Stimme von Coraline. Die DVD, die jetzt herausgekommen ist, gibt es als Normal- und als Blue-ray-Fassung beides in 3-D. Anders als im Kino funktioniert hierbei das räumliche Sehen mit den beiliegenden Farbfolienbrillen. 3-D ist damit vielleicht nicht ganz so brillant, aber schon recht gut, wie ich festgestellt habe.
In Ruben Fleischers Film Zombieland ist die Welt fest in den gierigen Klauen der Menschenfresser. Nur Wenige trotzen dem ungehinderten Appetit der Monster. Zu ihnen gehören zwei Männer, die kaum gegensätzlicher sein könnten: der ängstliche Columbus und der Draufgänger Tallahassee. Die beiden verbindet ein Ziel: weiter leben. Während Columbus streng seine 47 Regeln fürs Überleben in Zombieland befolgt, metzelt sein Kollege alles ab, was nicht mehr als drei Worte zusammenhängend sprechen kann. Die sich ergänzenden Strategien scheinen aufzugehen, denn bei der Gegenpartei fließt reichlich Blut, fliegen Köpfe und andere Körperteile.
Ziel: Überleben
Kinozuschauer, die keinen robusten Magen und eine empfindsame Seele haben, wird vielleicht das ein oder andere Nacho im Hals stecken bleiben. Der Rest kann sich beim Blutbad, begleitet von Columbus und Tallahassees sarkastischem Humor köstlich amüsieren. Wunderbar sind die gemeinen Schwester Wichita und – little Miss Sunshine – Little Rock, die sich mit hinterhältigen Tricks in Zombieland durchboxen. Das temporeiche Drehbuch beschert uns einen Cameoauftritt von Bill Murray als verkleidetem Zombie. Vielleicht hätten wir auf die alllzu konventionelle Errettung der Schwestern durch unsere Helden Columbus und Tallahassee verzichten können, aber insgesamt sind mir die Figuren ans Herz gewachsen und ich verzeihe ihnen und dem Drehbuchautor diese Einlage. Jede Figur bleibt ihrem Charakter treu und verfolgt nachvollziehbare Ziele. Der Film Zombieland ist auf eine gemeine Art sehr lustig. Sympathische Helden und schmatzende Zombies machen Spaß.
Tom Waits hat uns im November ein neues Livealbum zu seiner Glitter & Doom-Tour geliefert. Das nehme ich zum Anlass, einen Film herauszukramen, der mir sehr ans Herz gewachsen ist: Night on Earth von Jim Jarmush mit der Filmmusik von Tom Waits. Perfekt für die dunklere Jahreszeit erzählt der Streifen von nächtlichen Abenteuern verschiedener Taxifahrer in Los Angeles, Paris, New York, Rom und Helsinki. Schwankende Nachtschwärmer und Geistliche mit Herzproblemen erschweren den Job und machen ihn gleichzeitig ein wenig amüsanter.
Beim neuen Doppel-Album von Tom Waits handelt es sich um den Konzertmitschnitt der Glitter & Doom-Tour, aufgezeichnet in Europa und den USA und um die Aufnahme seiner Monologe während der Konzerte – 40 Minuten lang gibt’s teils Komisches vom Musiker. Wer dem Retrocharme erlegen ist, kann das ganze auch auf Vinyl kaufen – nicht ganz mit denselben Inhalten.
Pikantes aus dem Leben eines Hundes und seines Besitzers – Wallace and Gromit
Hier sind 20 Fragen an Nick Park zum 20. Geburtstag von Wallace and Gromit. Das Interview liefert Details aus dem Leben der sympathischen Knetstars, die ihre Existenz unter anderem Ideengebern wie Tintin verdanken. 1989 starteten der schlaue Hund Gromit und sein Besitzer Wallace ihre Filmkarriere mit A Grand Day Out. Nicht zu übersehen ist die große Ähnlichkeit zwischen Nick Park und Wallace. Der eine baut in seinem Keller Mondraketen, während der andere am liebsten mit Plastilin spielt. So entstand eine kunterbunte Welt, in der zwei Knollennasen ihren weichen Kopf riskieren, um Damen und wollige Schäfchen vor dem Bösen zu retten. Das Jubiläum wird das Duo wahrscheinlich gemeinsam in ihrem gemütlichen Haus mit einer Tasse Tee, Käse und Geburtstags-Crackern begehen.
Warum fürchten wir uns so gerne? Vielleicht, weil wir wissen, dass es das Monster nie von der Leinwand bis zu unserem Kinosessel schafft. Reale Ängste sind uns meist zuwider, aber die Furcht vor dem Fiktiven macht uns Freude. Wer im Kinosaal eben noch Monster und Zombies jagte und alle Abenteuer bestanden hat, kann nach dem Film furchtlos in die kalte Nacht rausstürmen. Damit Ihr fleißig den Kampf gegen Monster üben könnt, sind hier ein paar Filmtipps für den gemütlichen Halloweenabend. Ihr findet die Vorstelleung der Horrorfilme unten nach dem Klick …
In einem Einkaufszentrum in Monroeville bei Pittsburgh trafen sich Untote zum Zombie-Stelldichein. 1978 hatte George A. Romero diesen Ort für die Handlung seines Horrorfilms Dawn of the Dead gewählt. Hier in dieses Einkaufszentrum flüchteten die menschlichen Protagonisten des Films, um Zeuge des unstillbaren Appetits der Zombie-Horden zu werden. Mittlerweile hat die Shopping-Mall ein Zombie-Museum und lud Mitte Oktober zum gemütlichen Zombie-Shopping ein. Das besondere Einkaufserlebnis war von Fernsehmoderator Mark Menold organisiert und vom Wall Street Journal auf Fotos festgehalten worden. Die Fotos des Zombie-Walks sind eine wunderbare Einstimmung auf Halloween.
Fanboys – The funniest home videos are here
Was würdest Du vor Deinem nahen Tod in jedem Fall noch sehen wollen? Diese Frage wurde bereits in der Bibel behandelt und war Thema zahlreicher Filme. Linus ist krebskrank und sein letzter Herzenswunsch gilt weder dem Anblick des Erlösers noch will er Abschied vom Ozean nehmen. Linus’ Ziel ist Star Wars, Episode I. Wir schreiben das Jahr 1998 und in einem halben Jahr startet George Lucas’ Trilogie in den US-Kinos, leider zu spät für Linus. Weiter mit der Filmkritik zu Fanboys geht es unten nach dem Klick …
Schon bevor Armstrong seinen Fuß auf Mondboden setzte, haben sich Schriftsteller und Filmemacher auf dem Himmelskörper ausgetobt. Jules Verne lässt in seinem Roman Reise um den Mond drei Astronauten per Riesenkanone auf den Erdtrabanten schießen. Im französischen Stummfilm Reise zum Mond sieht Professor Barbenfouillis Kapsel schon fast wie eine richtige Rakete aus. Unangenehm: Das Fluggerät trifft bei der Landung das große Auge des Mondes. Die Riesen-Pilze, die die Astronauten auf der Oberfläche finden, hätten auch heute zu Begeisterungsstürmen geführt. Von den Gewächsen fand sich allerdings keine Spur, als Armstrong und Aldrin 1969 den Mond aus nächster Nähe betrachteten. Von dem, was Raumfahrer dort oben wirklich erwartet, hatten Wissenschaftler eigentlich schon zur Stummfilmzeit recht konkrete Vorstellungen.
Fritz Langs Stummfilm
1929 ließ sich Regisseur Fritz Lang beim Dreh seines Films Frau im Mond von Professor Hermann Oberth beraten. Lang kam damals auf die Idee, seinen Raketenstart mit einem Countdown einzuleiten und zählte bis zur Zündung von zehn bis null rückwärts. Er wollte die Spannung steigern und dem Publikum zeigen, wann die Reise losgeht. Die Filmcrew zerbrach sich den Kopf über zu instabil stehende Raketen und Bleischuhe zur Aufhebung der geringen Mondgravitation. Davon, dass sich seine Astronauten auf dem Mond die Helme vom Kopf reißen, ließ sich Fritz Lang nicht abbringen. In erster Linie war er Regisseur, der die Gesichter seiner Schauspieler und vor allem seiner Hauptdarstellerin nicht hinter Visieren verstecken wollte. Drehbuchautorin Thea von Harbou hatte dafür gesorgt, dass eine Frau Mitglied der Astronautencrew war.
Vergleich zu Star Trek
Wer jetzt über fehlenden Realitätssinn und Unwissen der Stummfilmära schmunzelt sollte sich Star Trek ins Gedächtnis rufen. Captain Piccard und Kollegen steuern nur Planeten an, die wenigstens der M-Klasse angehören. Die Himmelsköper bieten Sauerstoffatmosphäre und ähnliche Anziehungskräfte wie die Erde. Dem Problem fehlender Gravitation muss man sich bei Star Trek an Bord der Raumschiffe längst nicht mehr stellen und selbstverständlich gibt es bis heute keine Anschnallgurte auf der Brücke der Enterprise, dafür macht das Raumschiff schöne Geräusche, wenn es durchs Weltall zischt.