Ich in Google

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Foto: Cartoon von Ce Comico zu Google Street View

Die Angst vor Google Street View

Erstaunlich: Da sind im regionalen Newsportal RP-Online Heinrich Müller und Otto Huber (Namen geändert) vor ihren Wohnhäusern abgelichtet, darunter die Bildunterschrift: „Huber und Müller wehren sich gegen Fotos ihres Eigentums in Google Street View.“ Was die rüstigen Rentner nicht zu ahnen scheinen, ihr Bild mit Namen in eben jenem Online-Newsportal ist im Netz langlebiger und leichter aufzufinden, als jedes Foto in Google Street View. Was Menschen dazu antreibt, vor laufenden Fernsehkameras einem Millionenpublikum mitzuteilen, dass sie Wert auf Privatsphäre legen und deswegen Google Street View ablehnen? Womöglich völlige Ahnungslosigkeit, was die Funktion von Suchmaschinen und Auffindbarkeit im Netz angeht.

Einem Blogger oder einer Bloggerin kann das nicht passieren. Hauptsache ich sehe auf dem Bild einigermaßen gut aus, bin komplett angezogen und stehe nicht vor dem Zooparkplatz oder einem Wahlplakat der FDP. Ich würde mich am liebsten dem Google-Street-View-Auto vor die Stoßstange werfen. Leider müsste die Karre mit dem großen Fotoapparat schon bei uns vorbeigekommen sein. Und ich habe sie verpasst. Zumindest ein Foto meiner Wohnung sollte im Netz zu finden sein, sobald der Dienst online geht. In einer Angelegenheit haben die Kritiker recht: Google müsste jeden von uns fragen, ob wir einverstanden sind, für den Webdienst abgelichtet zu werden. Daran, dass sich jemand durch sämtliche Straßen unserer Stadt klickt, um mich zu entdecken, mag ich nicht so recht glauben. Danke an Ce Comico für den Klasse-Toon. Mehr zu Lachen findet Ihr oben nach dem Klick.

12 August 2010

1 Leser hat zu " Ich in Google" einen Kommentar geschrieben

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20. August 2010 um 08:59 Uhr  
AB meint:

Street View? Klar, kann man drüber diskutieren.
Ich finde aber, das was im „ganz alltäglichen“ Internet-Umgang an Daten gesammelt wird ist weitaus beängstigender. Jede Suchanfrage beim „grossen G“, jeder Besuch einer Website hinterlässt weitaus mehr digitale Spuren, die m.E. auch weitaus problematischer sind.

Dagegen: Wenn Häuser oder öffentlich Plätze abgelichtet werden – so what? Seit es Fotografie gibt, wurden und werden auch Häuser und öffentliche Plätze fotografiert. Das war schon immer so, das ist auch erlaubt, und abgesehen davon: heute stellt doch eh schon jeder seine Urlaubsfotos irgendwo online.
Und jeder z.B in ein Fussballstadion geht, muss ja auch damit rechnen, dass sein Konterfei hinterher evtl. im TV zu sehen ist.

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