Star Trek XI: Von Freundschaft und Erwachsenwerden

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Das Entstehen von tiefer Freundschaft und vertane Chancen: am vergangenen Mittwoch habe ich mir die Preview von Star Trek XI angesehen. Zeitlich liegt die Handlung vor der Star Trek Classic-Serie und erzählt von der Jugend der späteren Schiffs-Besatzung. Wir lassen fröhlich die Beine vom Kinosessel baumeln, schmeißen eine Runde Popcorn und dürfen mit Kirk Raumschiff-Kapitän sein. …

Inhalt

Der für Autos viel zu junge James Tiberius Kirk versucht sich an Geschwindigkeitsrekorden. Als junger Erwachsener tritt er der Sternenflotte bei, wo er seine späteren Kollegen kennen lernt und mit seinem sehr eigenwilligen Charakter überall aneckt. Kirks Ideen stoßen auf Ablehnung, setzen sich aber dank ihres kreativen Impuls durch. Vor allem Spock, sein späterer Vertrauter ist Kirk gegenüber zunächst kritisch. Zufälle führen dazu, dass die junge Besatzung eiligst zu ihrer ersten Mission mit der Enterprise ins All startet. Dort haben sie sich zu bewähren und aus Kirks und Spocks Feindschaft und Konkurrenz entwickelt sich eine tiefe Freundschaft.

Filmkritik

Regisseur J.J. Abrahams stellt seinen Sinn für SciFi-Kracher unter Beweis. Das zeigen beeindruckende Explosionen und die vielen Kirk-typischen  Faustkämpfe, die vorzugsweise auf Plattformen in großen Höhen stattfinden. Doch beide Actionelemente sind Konfektionsware von der Stange und verteilen sich allzu adrett über den gesamten Film. Viel spannender wird es, wenn Kirk und Spock sich prügeln, weil sie unterschiedlicher Meinung sind. Und es macht Spaß zu beobachten, wie jeder der beiden versucht, Probleme auf eigene Weise zu lösen. Beide Figuren spielen mit Nähe und Distanz, die sich aus den unterschiedlichen Charaktereigenschaften erklärt. Schließlich sind es die gemeinsamen Ziele, die Spock und Kirk einen. Zachary Quinto als Spock ist klasse und Chris Pine als Kirk gefällt mir ebenfalls sehr. Nur bei Wynona Ryders Auftritt als Spocks Mutter rieb ich mir die Augen. Sie muss etwa sechs Jahre alt gewesen sein, als ihr Filmsohn geboren wurde.

Kaugummi für die Augen

Echte Trekkies werden sich womöglich an einigen Abweichungen von der Classic-Serie ärgern. Der Film erzählt in Grundzügen vom soziokulturellen Hintergrund der Hauptakteure, aber große Fragen werden trotzdem nicht beantwortet. So kann ich mir bis heute nicht erklären, warum Kirk in Zeiten von Hightech-Phasern die bloßen Fäuste schwingt, ob sich hinter der Beziehung zwischen Kirk und Spok mehr verbirgt als Freundschaft und wie sie es schaffen, die Enterprise so schön sauber zu halten. Die adrette Sauberkeit weitet sich auch auf die Hauptcharaktere aus. Wenn die junge Besatzung mit der Enterprise zu ihrer Mission startet, erinnert dies fast an einen Kinderkreuzzug. Leider fehlt mir bei Star Trek XI der vielschichtige Bösewicht, dessen Charakterentwicklung nachvollziehbar ist. Die Strahlkraft der Helden kann sich ohne starken Gegenpart nicht voll entwickeln.

Auf diesen Film lässt sich das Orson Wells Zitat anwenden: Star Trek XI ist Kaugummie für die Augen. Mir macht der Film Spaß, weil es mir ähnlich erging wie dem Nacho schlabbernden Geek neben mir: ich wollte es immer schon der Welt da draußen so richtig zeigen, alle verhauen, mich auf den großen Sessel eines Riesenraumschiffs setzen und in die Weiten des Weltraum ziehen.

11 Mai 2009

1 Leser hat zu " Star Trek XI: Von Freundschaft und Erwachsenwerden" einen Kommentar geschrieben

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28. Mai 2009 um 13:32 Uhr  
Carsten meint:

Als alter Trekker ist es ja fast schon peinlich, dass ich den neuen Star Trek noch nicht gesehen habe. Werde ihn mir aber diese Woche ansehen, dein Bericht hat meine Erwartung nur nochmal erhöht. Guter Bericht, danke.

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